Catalonia voted on
1 October 2017

Eine Bürgerinitiative

Die soziale Bewegung in Katalonien, die sich für die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts der Völker einsetzt, ist eine breit gefächerte und inklusive, friedliche Bewegung. Sie ist unabhängig von politischen Parteien und wird von der Zivilgesellschaft in Form von eingetragenen Vereinen und individuellen Aktivitäten geführt.

Millionen schließen sich Demonstrationen an

A bottom-up movement

Die Stärke der Sozialbewegung kann klar an den massiven Demonstrationen der letzten Jahre gemessen werden. Zwei beeindruckende Protestmärsche haben in Barcelona stattgefunden. Über eine Millionen Personen nahmen am ersten Marsch im Jahr 2010 teil. Der zweite, am katalanischen Nationalfeiertag (11. September) 2012, wies um die 1,5 Millionen Teilnehmer auf und war damit eine der gröβten Demonstrationen der europäischen Geschichte. Am Nationalfeiertag 2013 hielten sich die Menschen an den Händen, um eine Menschenkette mit dem Namen ‘Der katalanische Weg zur Unabhängigkeit’ zu bilden. So wurde das gesamte katalanische Territorium von Norden bis zum Süden verbunden. Ungefähr 2 Millionen Katalanen schlossen sich der 400 km langen, vom 1989 Baltischen Weg inspirierten Kette an.

Ein Jahr später, am 11. September 2014, fand am katalanischen Nationalfeiertag in Barcelona eine weitere große, friedliche Veranstaltung statt, die mit dem 300. Jahrestag des Falls Barcelonas an die spanischen Truppen im Jahr 1714 und des darauffolgenden Verbots der katalanischen öffentlichen Organe zusammenfiel. Zu der von der Katalanischen Nationalversammlung (ANC) organisierten Veranstaltung versammelten sich schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen auf den Hauptstraßen Diagonal und Gran Via in Barcelona und bildeten ein 11 Kilometer langes gigantisches V, das den Willen der Menschen ausdrückte, zu wählen und zu siegen (voluntat, votar und victòria auf Katalanisch).

Organisationen der Zivilgesellschaft beauftragen Politiker

A bottom-up movement

‘Der katalanische Weg’ vom 11. September 2013 wurde nicht nur in Katalonien formiert, sondern auch in mehr als 100 Städten weltweit, wie zum Beispiel auf New Yorks Times Square, in Londons Westminster District und auf der Chinesischen Mauer. Katalanen, die im Ausland leben und arbeiten, entschieden, den Demonstrationen beizuwohnen, wobei viele von ihnen den ausländischen Vereinsgruppen der Katalanischen Nationalversammlung angehören. Diese Organisation, eine unparteiische Vereinigung, die von der Zivilgesellschafft gegründet wurde, mobilisierte 30.000 Freiwillige, um den ‘katalanischen Weg’ zu organisieren.
Viele weitere Zivilvereinigungen kooperieren mit dieser bürgernahen Bewegung. Òmnium Cultural beispielsweise, die während der Franco-Diktatur gegründet wurde, um die katalanische Sprache und Kultur zu fördern, ist auch ein aktiver Verfechter des Selbstbestimmungsrechts.

Lokale Referenden organisiert von der Zivilbevölkerung

A bottom-up movement

Zwischen 2009 und 2010 nahmen ungefähr 890,000 Bürger in 554 Städten in ganz Katalonien an nicht-bindenden öffentlichen Befragungen über die Unabhängigkeit teil. Es gab keine Unterstützung von staatlichen Institutionen, anstelle dessen übernahmen Freiwillige die organisatorischen Aufgaben. Dies ist ein weiteres Zeichen für die Fähigkeit der Zivilbevölkerung, diese Art von Veranstaltungen zu organisieren, sowie für den wachsenden Willen der Bürger, ein offizielles Referendum abzuhalten.


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