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1 October 2017

Kultur

Der Geist des Landes

Architektur

Die Architektur der Modernismus-Periode, zwischen 1889 und 1916, ist eine von Kataloniens größten kulturellen Attraktionen. Antoni Gaudí, Josep Puig i Cadafalch und Lluís Domènech i Montaner sind die einflussreichsten Architekten dieser Zeit. Besucher kommen aus der ganzen Welt, um ihre Werke zu bewundern.
In Katalonien befinden sich außerdem Bauten von vielen bekannten katalanischen und anderen Architekten, wie zum Beispiel die von Josep Lluís Sert, José Antonio Coderch de Sentmenat, Richard Meier, Jean Nouvel, Norman Foster, Enric Miralles / Benedetta Tagliabue, Ricardo Bofill und Rafael Moneo.

Bedeutendes Erbe

Das architektonische Erbe Kataloniens ist reich und divers: es zeigt die jahrhundertlange Geschichte des Landes. Die UNESCO hat insgesamt sechs verschiedene Orte zum Weltkulturerbe erklärt: Gemälde der späten prähistorischen Periode Tarragonas; Gebäude, Skulpturen und Straßen Tarracos (der römische Name für Tarragona) und das gesamte römische Erbe in Katalonien; Romanische Kunst im Boí-Tal, das aus dem zwölften Jahrhundert stammende Kloster Santa Maria de Poblet; Modernismus-Gebäude des Architekten Antoni Gaudí; und zwei der interessantesten Gebäude des Architekten Domènech i Montaner: den Palau de la Música Catalana und das Hospital de la Santa Creu i de Sant Pau.

Gastronomie

Ferran Adrià, der wiederholt als der beste Koch der Welt bezeichnet wurde, brachte die katalanische Küche mit seinem Restaurant El Bulli zu Weltruhm. Seine kreative Linie wird von Albert Adrià, seinem Bruder, im Restaurant Tickets in Barcelona weitergeführt. Im Jahr 2013 wurde El Celler de Can Roca in Girona vom britischen Magazin Restaurant zum besten Restaurant der Welt erklärt. Es hat drei Michelin-Sterne, genauso wie das Restaurant Sant Pau der Chefköchin Carme Ruscalleda, im gleichnamigen Ort Sant Pol de Mar. Sechs weitere katalanische Restaurants wurden 2013 mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet, 45 weitere haben einen Stern. Dieser Erfolg ist das Resultat einer Revolution der traditionellen Küche der mediterranen Ernährung, die 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Produkte wie Olivenöl, Wein und frisches Gemüse waren und dürfen natürlich in der katalanischen Küche nicht fehlen. Elf verschiedene katalanische Weine und ein Cava haben das offizielle Qualitätszertifikat der “Herkunftsbezeichnung” (DO) bekommen.

Tradition

Die Liste der tief verwurzelten katalanischen Traditionen ist lang. Einige von ihnen sind als Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO aufgeführt, wie z. B. die Patum de Berga und die katalanischen Menschentürme (castells). Jedes katalanische Dorf hat seinen eigenen speziellen Feiertag und Bräuche, von denen einige religiösen Ursprungs sind. Zu den gängigsten zählen der traditionelle Nationaltanz, die Sardana, die Straßenumzüge mit feuerspeienden Teufeln (diables) und Feuerwerken (correfocs), sowie die Riesen (gegants) und weiteren Figuren (capgrossos).

Literatur

Ramon Llull ist der bekannteste Schriftsteller des literarisch produktiven Mittelalters, das außerdem bedeutende Literaturwerke wie Joanot Martorells Tirant lo Blanc und Ausiàs Marchs Poesie hervorgebracht hat.
Im 19. Jahrhundert stellte die Kulturbewegung der Renaixença die Neugeburt der katalanischen Literatur da. Ihre einflussreichsten Schriftsteller waren Jacint Verdaguer, Àngel Guimerà und Narcís Oller. Vom 20. Jahrhundert bis zum heutigen Tag ist vielen katalanische Autoren internationale Anerkennung zugekommen. Einige der bekanntesten sind: Josep Pla, Josep Carner, Manuel de Pedrolo, Pere Calders, Jesús Moncada, Baltasar Porcel, Quim Monzó, Miquel de Palol, Miquel Martí i Pol und Jaume Cabré.

The Western Canon, von Harold Bloom, beinhaltet Arbeiten von katalanischen Schriftstellern wie Carles Riba, J. V. Foix, Mercè Rodoreda, Salvador Espriu und Pere Gimferrer. Katalanisch war die Gastsprache der internationalen Frankfurter Buchmesse 2007 und Barcelona war Gaststadt des Pariser Buchfestivals 2013.

Kunst

Die einflussreichsten katalanischen Maler sind die Surrealisten Salvador Dalí und Joan Miró, der Informel-Künstler Antoni Tàpies und der Expressionist Joan Hernández Pijoan. Katalonien war auch Heimat und Inspiration für Genies wie Pablo Ruiz Picasso. Porträtist Ramon Casas und Modernist Isidre Nonell gehörten der internationalen Kunstavantgarde an. Vor dieser Periode war Marià Fortuny der berühmteste Maler des späten 19. Jahrhunderts.
Barcelona hat die vollständigste romanische Kunstsammlung der Welt, ausgestellt im Nationalen Kunstmuseum Kataloniens (MNAC), das zahlreiche Fresken und Kirchenkunstwerke der Pyrenäen besitzt. Die bekanntesten katalanischen Bildhauer sind Josep Llimona und Jaume Plensa, die bis zum heutigen Tag noch aktiv sind.

Musik

Cellist und Dirigent Pau Casals (1876 – 1973), Tenor Josep Carreras (1946), Sopranistin Montserrat Caballé (1933), Pianistin Alícia de Larrocha (1923-2009), Sänger Joan Manuel Serrat (1943) und Lluís Llach (1948), Gambist, Dirigent und Komponist Jordi Savall (1942), Komponist und Pianist Frederic Mompou (1893-1987) und Flamenco-Sängerin und Tänzerin Carmen Amaya (1913-1963) sind einige der berühmtesten Namen der katalanischen Musikgeschichte.

Nach der Diktatur Francos begannen Musiker – hauptsächlich Folkgruppen und Sänger – Katalanisch in ihren Texten zu verwenden. In den achtziger Jahren war Rock der populärste Stil, während Pop und Indie zurzeit populärer sind. Love of Lesbian, Manel, Txarango und Els Amics de les Arts sind nur einige Namen der Bands, die im Moment erfolgreich sind. Seit Jahren ist Barcelona Veranstaltungsort für mehrere große Musikfestivals wie Sònar und Primervera Sound.

Theater

Am Ende des 19. Jahrhunderts erreichten die Theaterstücke des Autors Àngel Guimerà internationale Anerkennung für das katalanische Theater. Josep Maria de Sagarra und Santiago Rusiñol waren ebenfalls bedeutende Theaterschriftsteller.

Nach der Diktatur Francos entstanden viele künstlerisch kreative Gruppen, von denen die Großzahl bis heute auftreten: Els Joglars, Comediants, Dagoll Dagom, La Fura dels Baus, La Cubana und Tricicle.

Das Nationaltheater Kataloniens wurde 1997 eröffnet, und fügt sich in die Reihe der historischen Kulturhäuser wie dem Liceu, einer der bedeutendsten Opern Europas, und dem Palau de la Música Catalana ein.

Wussten Sie?

  • Die Mittsommernacht ist einer der größten Feste des katalanischen Jahres. Am 23 Juni, (dem Johannistag) zünden Katalanen Feuerwerke in Straßen und Plätzen. Viele dieser Feuerwerke werden mit der Flamme gezündet, die in der Nacht zuvor von der Spitze des Canigó-Bergs in den Pyrenäen getragen wurde.
  • Kataloniens “Buch- und Rosentag” wird am Georgstag (Sant Jordi), am 23. April, gefeiert. Freunde, Familie und Liebespaare schenken sich gegenseitig Bücher und Rosen als Ausdruck ihrer Zuneigung.

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